Ich bin in einer sehr konservativen Familie aufgewachsen, wo alles immer streng nach Plan ablief. Da ich mich in einen jungen Mann aus unseren Kreisen verliebt hatte, gab es bei meiner Partnerwahl keine Schwierigkeiten mit meinen Eltern. Mein Mann war jedoch wesentlich freizuegiger als ich erzogen worden, was im Laufe unserer Beziehung auch auf mich abfaerbte.
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis, bin ich eine gefragte Ratgeberin, wenn es um das Thema Wohnen und Wohndesign geht. Schliesslich bin ich gelernte Raumausstatterin. Nach der Geburt meiner Tochter habe ich mich aber erstmal aus dem Berufsleben zurueckgezogen. Nicht ganz geplant, folgte zwei Jahre spaeter mein Sohn und da mein Mann gut verdient, war klar, dass ich die berufliche Auszeit verlaengere.
Als Mann bin ich eher praktisch veranlagt, fuer mich ist Funktionalitaet wichtig. So sah dann auch meine Junggesellenbude aus. Meine Freundin hat ein ausgesprochenes Faible fuer Wohndesign und war bei ihrem ersten Besuch bei mir leicht entsetzt, wie man so spartanisch wohnen kann.
Eine Freundin von mir weiss zum Beispiel nicht, wie sie ihre Zimmer Einrichten soll, weil sie einfach nicht die noetigen finanziellen Mittel dafuer hat. Ich versteh die Leute nicht, die gut erhaltenes wegschmeissen, schliesslich gibt es heutzutage doch etliche Firmen bei denen man so etwas abgeben kann, uns wo die aermeren Menschen die Moeglichkeit haben es zu erwerben.
Ich selbst bin stolze Mutter von zwei Kindern, und ich wuerde sie fuer nichts auf der Welt wieder hergeben. Meine kleine Schwester kommt sehr oft zu uns, um mit den beiden Kleinen zu spielen. An manchen Abenden, an denen mein Mann und ich ausgegangen sind, hat sie auch schon mal auf die Zwerge aufgepasst.
So langsam kann ich es echt nicht mehr leiden. Nach der Trennung von meinem Mann bin ich ja wieder bei meiner Mutter ins Haus meiner Kindheit eingezogen. Geht ja im Grunde auch ganz gut. Sie bewohnt das untere Stockwerk, ich mit meiner Tochter das obere. Hab da ein kombiniertes Arbeits- und Wohnzimmer fuer mich und mein altes Kinderzimmer ist jetzt auch das Kinderzimmer meiner Tochter.
Das Resultat war ein wirklich schoenes Maedchenzimmer und wir waren selber stolz auf unsere Leistung. Allerdings ist unser Kind nicht ganz so wie wir der Meinung, dass sie sich zum einen bemuehen koennte, dieses Zimmer auch weiterhin wie ein Maedchenzimmer aussehen zu lassen und nicht wie ein Schlachtfeld – was ja durchaus nicht das Schlimmste ist, immerhin raeume ich regelmaessig mit ihr zusammen auf um wenigstens fuer ein paar Stunden den Schein zu wahren – aber was mich wirklich auf die Palme gebracht hat ist die Tatsache, dass sie in munterer Regelmaessigkeit die Tapete von der Wand gezupft hat und n
Inspiriert, was das Thema Wohndesign betrifft, werden wir von den zahlreichen Doku-Sendungen, in denen sich ja alles um die komplette Inneneinrichtung von Haeusern oder Wohnungen dreht. Ich hatte so viele Vorstellungen davon, was ich gerne haben und aendern wuerde, dass ich mich, bevor wir ins Moebelhaus gehen wollten, erst einmal hinsetzen und zeichnen musste.
Meine ersten Moebel aus dieser Wohnung existieren mittlerweile gar nicht mehr, da sie nach mehreren Umzuegen verdienterweise den Geist aufgegeben haben. Ausserdem hat sich mein Geschmack im Laufe der Jahre auch geaendert, so dass mir die Moebel von damals schon gar nicht mehr zusagen wuerden.
Meine Freundin hatte gerade einen sehr schweren Schlag erlitten. Ihr Freund, mit dem sie auch zusammen gewohnt hat, entpuppte sich als Betrueger und hat nicht nur ihr Konto gepluendert sondern auch ihre komplette Inneneinrichtung mal eben verschachert und sich dann aus dem Staub gemacht.
Ich bin schon immer ein genuegsamer Mensch, und ich lege keinen grossen Wert auf Marken, oder exklusive Dinge. Das beginnt bei der Kleidung, die ich mir kaufe,und endet bei dem Einrichten meiner Wohnung. Bei mir muessen die Moebel nicht haargenau zusammenpassen, und dem Farbton an den Waenden muessen sie auch nicht aehneln, Hauptsache ich fuehle mich wohl.
Endlich haben wir es geschafft, und koennen, dank unserer Arbeitgeber und auch unserer Versicherungen, frueher in Rente gehen. Dies bedeutet auch, dass wir etwas mehr Geld haben als zuvor, denn es fallen gewisse Kosten weg, die wir vorher jeden Monat zusaetzlich auf uns nahmen. Da wir nun aber auch schon sehr lange hier wohnen, wurde es Zeit, dass wir uns neu einrichten konnten.